Erste Hilfe-Maßnahmen für erkrankte Papageien


Kranke Vögel sollte man immer von gesunden absondern, um mögliche Ansteckungsgefahren zu reduzieren und dem Patienten die nötige Ruhe zukommen zu lassen. Kalte, kraftlose Vögel (durch Krankheit, nach Unfall) haben einen erhöhten Wärme- und Flüssigkeitsbedarf. Eine Infrarotlampe, in einem bis einem halben Meter Abstand vom Vogel aufgestellt, sorgt für die nötige Wärme. Die Temperatur unmittelbar am Vogel sollte 38 °C nicht überschreiten. Das Trinkwasser kann zur Stärkung mit Honig oder Traubenzucker angereichert werden (1 Eßlöffel Honig auf 1 Liter Wasser). Das angebotene Futter sollte leicht verdaulich sein. Man sollte, um überhaupt eine Nahrungsaufnahme zu gewährleisten, vorübergehend ruhig verstärkt auf "Lieblingsfuttermittel" des jeweiligen Tieres zurückgreifen. So kann man u. U. eine zusätzliche Schwächung vermeiden. Dem Vogel unbekanntes Futter sollte vermieden werden. Blutungen nach Beißereien oder Unfällen sollten nach Möglichkeit gestillt werden: entweder mechanisch (Druck mit den Fingern oder mit Verband) oder durch Medikamente (Eisen-IH-Chlorid, blutstillende Watte). Bei kleineren Verletzungen, die den Vogel nicht ernsthaft bedrohen, stoppt die Blutung sehr schnell von alleine. Man sollte den Vogel nicht unnötig bedrängen und ihn von einiger Entfernung aus beobachten. Vögel, die gegen Hindernisse (Fensterscheiben!) geflogen sind und sich verletzt haben (Knochenbruch, Gehirnerschütterung), müssen unbedingt ruhig gehalten werden, am besten für eine kurze Zeit in einen Pappkarton setzen oder in ein abgedeckten Käfig. Sand sollte entfernt werden, um Verschmutzungen zu vermeiden. Licht, Geräusche oder andere Faktoren, die für Aufregung sorgen, sollten unbedingt unterbunden werden. Weder Futter noch Wasser darf gleich nach dem Unfall angeboten werden, da es zur Verlegung der Atemwege, zum Ersticken oder - in den Trinknäpfen - zum Ertrinken kommen kann. Ein umgehender Tierarztbesuch sollte folgen. Bei Verbrennungen werden die betroffenen Stellen sofort unter fließendem Wasser längere Zeit gekühlt. Anschließend kann Brandsalbe aufgetragen werden. Je nach Schwere der Verbrennung sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Verunreinigungen des Gefieders (Farben, Lacke) werden mit weichen Tüchern aufgesaugt. Hierbei sollte man unbedingt in Richtung der Federfahne arbeiten, um eine zusätzliche Zerstörung des Gefieders zu vermeiden. Der Rest wird durch ein Bad mit mildem Shampoo ausgespült. Aceton oder Waschbenzin sollten keinesfalls benutzt werden! Klebstoffe (z. B. von Fliegenfängern) im Gefieder werden mit Äther entfernt oder mit milden Shampoons ausgewaschen. Eine Reinigung ist oft sehr kompliziert durchzuführen, so daß man besser die Hilfe einer zweiten Person, die den Vogel festhält, in Anspruch nehmen sollte. Gelingt die Reinigung nicht, sollte der Tierarzt um Hilfe gebeten werden. Entflogene Käfigvögel haben in freier Wildbahn schon wegen ihrer auffälligen Gefiederfärbung kaum eine Chance, längerfristig zu überleben. Für Greifvögel oder Katzen sind sie eine willkommene Beute. Entflogene Papageien und Sittiche werden gelegentlich völlig entkräftet gefunden. Hierbei ist zu beachten, daß ein Vogel, anders als zum Beispiel ein entlaufener Hund, selbst eine erhebliche Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens erst in letzter Minute zeigt. Ein Wildvogel kann es sich nicht leisten, krank zu sein. Er würde schnell ein leichtes Opfer für Greifvögel und andere Jäger. Ein Vogel der krank erscheint, ist in der Regel ernsthaft betroffen und weist ein fortgeschrittenes Stadium auf. Der Gang zum Tierarzt sollte daher schnellstmöglich erfolgen! Das gefundene Tier wird in einen geeigneten Käfig gesetzt, Wasser und artgerechtes Futter werden angeboten. Das Futter wird nur in kleinen Portionen zugeteilt, um einer eventuellen Kropfüberladung nach längerer Hungerphase vorzubeugen. Auf keinen Fall darf der Vogel zu den vielleicht im Haushalt schon vorhandenen Vögeln gesetzt werden. Erst nachdem der Findling einige Tage beobachtet wurde und der Tierarzt zustimmt, kann er zu anderen Vögeln gesetzt werden. Selbstverständlich bemüht man sich als Finder, den ursprünglichen Besitzer ausfindig zu machen. Hierbei hilft in der Regel der Fußring. Mit der aufgravierten Nummer läßt sich der Besitzer teilweise ausfindig machen. Den hier besprochenen Erste-Hilfe-Maßnahmen sollte grundsätzlich ein Tierarztbesuch folgen.

 

Hier 2 Tierärzte in der Umgebung von Bayreuth mit denen ich persönlich Kontakt halte :

          - Dr. Martin  Siebentritt , Weidenberg , Tel. 09278 – 338 ( züchtet selbst Papageien )


          - Dr. Helmut Zartner , Braunhofstr. 40 , Bayreuth , Tel. 0921- 45588 oder Mo. 0171-3532924