Krankheiten

Bei den unten aufgeführten Behandlungshinweisen, handelt es sich nur um Empfehlungen aus einschlägigen Fachbüchern. Für die Wirksamkeit dieser Behandlungen kann und möchte Ich keine Verantwortung übernehmen. Es sollte jeder Besitzer und Züchter selber wissen, was für seine Tiere das Beste ist.


Bindehautentzündung:


Symptome:      Geschwollenes, entzündetes Auge, meist nur ein Auge, selten Ausfluss.
Ursache:          Infektionen, Zugluft, Chemikalien, verschmutzte Sitzstangen, an denen sich die Vögel das Gesicht reiben, Erkältung.
Behandlung: Vorsichtiges Betupfen des Auges, mit Augensalbe, die vom Tierarzt verschrieben wurde. Es gibt noch Möglichkeiten, die der TA nicht verschreiben muss: z.B. Euphrasia Augentropfen der Fa. Wala, Konjunktisan B, bei grauem Star oder Hornhautverletzungen Konjunktisan A,  oder Calendula-Tinktur allerdings 1 : 10 verdünnt.


Durchfall:


Symptome:    Mehrmals breiiger oder wässriger Kot, das Gefieder um die Kloake ist verschmutzt.
Ursache:        Vielerlei Ursachen können den Durchfall ausgelöst haben. Häufig ist zu feuchtes Grünfutter schuld, doch auch verdorbenes Futter, eine Erkältung oder eine Darmentzündung ( z.B. Coccidiose ) können der Grund sein.
Behandlung: Trennen Sie den Vogel von Artgenossen. Kein Grünfutter füttern. Kolbenhirse ( wirkt darmberuhigend ), Vogelkohle, schwachen Pfefferminz-, Kamillen-, oder schwarzen Tee anbieten. Wärme im Vogelzimmer, am besten durch Infrarotlichtbestrahlung. Legen Sie den Käfig mit weißem Papier aus, statt Vogelsand zu verwenden. Dann können Sie den Kot besser kontrollieren. Bessert sich der Zustand nach einigen Tagen nicht, muss sofort der Tierarzt aufgesucht ( Wichtig !! Kotprobe mitnehmen ) werden.


Fettleibigkeit:

Symptome:    Schwere Atmung nach geringer Anstrengung, Bewegungs-, Flug-, und Sangesunlust. Probleme bei der Mauser. Erhöhte Krankheitsanfälligkeit. Übergewicht kann im Bauchbereich erfühlt werden.
Ursache:       Zu wenig Bewegung und zu kalorienhaltiges Futter. Stoffwechselkrankheit.
Behandlung: Futter in Maßen reduzieren. Diät mit Hirse und Glanzsaat, wobei der Vogel jedoch nicht hungern darf. Eventuelle einen größeren Käfig kaufen und den Vogel öfters frei fliegen lassen, mit ihm spielen. Stellt sich nach einigen Wochen keine Besserung ein, sollten Sie den Tierarzt aufsuchen, der den Agaporniden auf eine Stoffwechselkrankheit untersucht.


 Gehirnerschütterung:


Symptome:      Schiefhalten des Kopfes, Benommenheit oder Bewusstlosigkeit.
Ursache:          Aufprall zum Beispiel gegen eine Fensterscheibe, Glastüre oder Möbelstücke.
Behandlung:   Sorgen Sie dafür, dass der Vogel Ruhe bekommt, und dunkeln Sie das Vogelzimmer ab. Rufen Sie einen Tierarzt an!


Knochenbrüche: 


Symptome:      Fehlstellungen an Beinen oder Flügeln. Der Vogel fliegt nicht mehr oder hinkt.
Ursache:          Aufprall während des Fluges, Hängen bleiben ( z.B. an Vorhängen ), vor Schreck panikartiges Flattern im Käfig.
Behandlung:   Der betroffene Knochen muss ruhig gestellt werden. Tierarzt aufsuchen.


Lähmungen:

Symptome:      Der Agapornide kann ein oder beide Beine oder Flügel nicht mehr bewegen.
Ursache:          Meistens Vitaminmangel. Legenot kann auch Lähmungen verursachen, wenn das Ei auf einen Nerv drückt. Manchmal kann auch ein zu enger oder eingewachsener Fußring oder Tumor an der Lähmung schuld sein.
Behandlung:   Tierarzt aufsuchen. Vitaminmangel kann man mit Vitaminpräparaten und viel frisch Futter ausgleichen.


Papageienkrankheit: (Psittakose, Ornithose)

Diese Krankheit ist anzeigepflichtig, beim zuständigen Veterinäramt und Gesundheitsamt !! ACHTUNG !!!! Die Papageienkrankheit ist auf den Menschen übertragbar !!!


Symptome:      Schwacher Allgemeinzustand, der Vogel hat Erkältungsanzeichen, häufig auch Durchfall der auch blutig sein kann.
Ursache:         Ein Erreger, mit welchem der Vogel oft jahrelang infiziert sein kann, bevor die Krankheit ausbricht. Zum Glück wurde diese Gefahr in Deutschland früh erkannt, dank der strengen Kontrollen ist diese Krankheit inzwischen sehr selten. Doch wenn Sie ihre Agaporniden in einer Gartenvoliere untergebracht haben oder Ihnen im Sommer einen Aufenthalt im Freien gönnen, können in seltenen Ausnahmefällen Tauben oder Spatzen diese Krankheit übertragen.
Behandlung: Beim geringsten Verdacht muss der Vogel dem Tierarzt vorgestellt ( frische Kotprobe mitnehmen ), von Artgenossen und anderen Vögeln getrennt werden. Bestätigt sich der Verdacht, kann nur eine Antibiotikabehandlung helfen.


Verletzungen:


Symptome:      Sehr vielfältig. Das Gefieder kann aufgeplustert und der Vogel apathisch sein.
Ursache:         Gefieder- und Hautschäden, durch Aufprall oder Hängen bleiben. Verätzungen mit einer Chemikalie oder Verbrennungen beim Freiflug.
Behandlung:   Tierarzt aufsuchen.


Entzündete Füße:

Symptome:      Blutende Füße, Krusten, Ekzeme an den Füßen. Der Vogel kann sich nicht auf der Sitzstange halten und fällt runter.
Ursache:         Stark verschmutzte Sitzstangen, ein verdreckter Käfig / Volierenboden oder Durchfall können die Gründe dafür sein. Häufig liegt es auch an einheitlichen starken Sitzstangen, die die Füße nicht beweglich halten. Der ständige Druck auf die selben Stellen macht den Fuß wund.
Behandlung:  Weichen Sie die Krusten in lauwarmen Kamillentee auf. Haben diese sich gelöst, tragen Sie Wundpuder- oder Heilsalbe auf die gewaschenen Füße auf. Legen Sie den Käfig / die Voliere mit unbedrucktem Papier aus. Polstern Sie dünne Sitzstangen mit Fensterleder. Tritt nach wenigen Tagen keine Besserung ein, Tierarzt aufsuchen. Bringen Sie im Käfig / in der Voliere unterschiedlich starke Sitzstangen an. Das hält die Füße beweglich. Besser noch Sie nehmen Naturäste.


Legenot:

Das Weibchen presst mit starker Anstrengung und versucht vergeblich, ein Ei zu legen. Später ist es erschöpft und sitzt apathisch

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Krebsrisiko durch Vogelhaltung


Neben verschiedenen Krankheitserscheinungen, die auch auf Menschen übertragen werden können (z. B. Salmonellen, Psittakose). gibt es bei intensiver Vogelhaltung noch die Gefahr an einer Allergie zu erkranken. Da nicht wenige Personen von der sogenannten "Vogelzüchterlunge" betroffen sind, soll an dieser Stelle ein Überblick über Studien zu diesem Thema geboten werden, der sich auf einen Artikel von Ammermann (1994) stützt. Kleinste Teilchen vom Kot der Vögel, von Milben (und deren Resten) und Federstaub werden eingeatmet und verursachen die sogenannte "Vogelzüchterlunge" (chronische Alveolitis). Gegen eine Allergie z. B. Heuschnupfen, gibt es kein Heilmittel, nur Präparate zur Linderung. Der Arzt wird in der Regel raten, das Hobby aufzugeben oder zumindest Atemschutzmasken zu tragen. Die ersten Hinweise auf ein Lungenkrebsrisiko durch Vogelhaltung lieferte Holst (1984; Zusammenfassung 1991). Der Verfasser, ein Allgemeinarzt, sammelte (1972-1983) bei Patientenbesuchen Material über die Krankheiten seiner Patienten, über Hygiene in den Haushalten, Rauchergewohnheiten, Haustierhaltung usw. Er fand eine statistisch signifikante Häufung von Nasenpolypen. Fehlgeburten. Darmkrebs und Lungenkrebs bei Vogelhaltern. Das Lungenkrebsrisiko untersuchte er weiter mit einer Methode, die auch bei später folgenden Studien Anwendung fand: Er befragte in Krankenhäusern alle Luftröhren- und Lungenkrebspatienten (unter 65) nach ihren früheren Lebensgewohnheiten (z. B. Rauchen/Nichtrauchen, sonstige Gefährdungen, Haustierhaltung, Diät, usw.). Z jedem Kranken wurde auch eine gesunde Kontroll person (gleiches Alter, Geschlecht, Wohngegend) gewählt und ebenso befragt. Dann suchte er nach Unterschieden in der Lebensführung bei der Untersuchungsgruppe (Krebskranke) und bei der Kontrollgruppe (Gesunde). Dabei stellte Holst fest, daß neben dem Zigarettenrauchen die Vogelhaltung ein erhebliches Lungenkrebsrisiko birgt. Holst berechnete, daß Vogelhalter ein um den Faktor 7 höheres Risiko haben als Nichtvogelhalter, an Lungenkrebs zu erkranken. Er vermutete, daß die überdurchschnittliche Häufigkeit von Lungenkrebs in Holland, Belgien und England, die nicht allein durch Rauchen zu erklären ist, auch auf die Vogelhaltung zurückzuführen ist, denn in diesen Ländern ist dieses Hobby weitverbreitet. Dieses doch beträchtliche Risiko führte zu zwei weiteren Untersuchungen, eine in England, eine in Deutschland. In Schottland verglich eine Forschergruppe (Gardiner et al., 1992) wieder Lungenkrebspatienten mit Nicht-Lungenkrebspatienten (in diesem Falle Herzkreislaufpatienten bzw. Patienten der Orthopädie). Die Autoren fanden ein Risiko für Lungenkrebs, aber ein erheblich niedrigeres, und statistisch ließ sich dieses nur für Taubenhalter sichern. Die unterschiedlichen Ergebnisse der holländischen und der schottischen Studien blieben unerklärt. Das Bundesgesundheitsamt Berlin initiierte eine weitere Untersuchung (Kohlmeier et al., 1992). 239 Lungenkrebspatienten aus drei Krankenhäusern Westberlins und 429 ihnen möglichst ähnliche "Nichtpatienten" wurden in Interviews nach ihren Lebensgewohnheiten gefragt. Keine Überraschung war der Befund, daß Raucher ein 16mal höheres Lungenkrebsrisiko haben als Nichtraucher. Vogelhaltung (20 de Haushalte hatten ein oder mehrere Vögel) ist aber auch ein Risikofaktor: Das Hobby verdoppelt das Lungenkrebsrisiko. Oder anders ausgedrückt: Von den 88 Lungenkrebstoten auf 100 000 Männer sind 15 Opfer der Vogelhaltung, von den 15 Lungenkrebstoten auf 100 000 Frauen sind drei dem Hobby anzulasten Alle drei Studien zusammengenommen -beurteüen-das-Risiko- des Lungenkrebses verschieden hoch, aber daß ein Risiko besteht, daran kann wohl kein Zweifel bestehen. Dabei ist durchaus offen, welche Faktoren schließlich als Ursachen in weiteren Untersuchungen festgestellt werden können: Federstaub oder Kotpartikel, Bakterien oder andere Faktoren. Es ist wohl sicher, daß kleinste Partikel, die in der Luft schwebend unser natürliches Nasenfilter passieren, bis zu den Lungenbläschen (Alveolen) vordringen und dort die Schäden verursachen. Es sollte noch erwähnt werden, daß sich die Wirkung mehrerer Krebsrisikofaktoren meist nicht addiert, sondern potenziert. Neben Rauchen und Vogelhaltung wären als weitere Lungenkrebs-Risikofaktoren noch zu nennen: sonstige gefährliche Stäube (z. B. Asbest), aber auch starker Alkoholkonsum. Man kann also davon ausgehen, daß Rauchen und Vogelhaltung das Risiko auf 16 x 2 = 32 (d. h. 32x höher als bei Nichtrauchern ohne Vögel) erhöht. Diese Zusammenhänge sind von Untersuchungen von Krebsursachen allgemein bekannt, aber im Zusammenhang mit der Vogelhaltung bisher nicht analysiert. Folgende vier Ratschläge, helfen das Risiko für Vogelhalter zu begrenzen (nach Ammermann, 1994);


1. Peinliche Sauberkeit bei der Vogelhaltung und viel frische Luft. Das vermindert den Kontakt des Vogelpflegers mit den schädlichen Partikeln in der Luft. Das Bundesgesundheitsamt bemerkt, daß Vogelliebhaber das Lüften wegen Zugluft gerne einschränken, und das ist ganz falsch. Außerdem sollte man Vögel nicht in stark genutzten Räumen halten (z. B. Schlafzimmer). Sand als Bodenbelag ist problematisch, denn er bindet Federstaub nicht und läßt Kot austrocknen. Beim Betreten der Vogelräume werden dann durch das Auffliegen der Vögel ganze Wolken von Staub aufgewirbelt.


2. Alle drei Studien zeigen ein geringeres Lungenkrebsrisiko bei Personen, die regelmäßig Pro-Vitamin A (in Gemüse, Obst, z. B. Karotten) aufnehmen. Es gibt tatsächlich Anhaltspunkte dafür, daß Pro- Vitamin A einen gewissen Schutz vor bestimmten Krebsarten verleiht.


3. In Tierställen, etwa von Forschungsinstituten, wird zur Vermeidung von Allergien (gegen z. B. Ratten- und Mäusehaare) häufig vom Pflegepersonal ein Mundschutz getragen, den man in jeder Apotheke erwerben kann. Nicht alles wird von diesem einfachen Filter zurückgehalten, aber doch eine ganze Menge Partikel und Keime. Besonders übel sind allerdings die besonders kleinen Partikel, denn sie dringen bis zu den Lungenalveolen vor. Sie werden zuverlässig nur von Filtern zurückgehalten, die beträchtlich teurer und auch unangenehmer zu tragen sind.


4. In der letzten Zeit wird verstärkt für sogenannte Ionisatoren geworben. Laut Werbung sollen sie Schmutzpartikel, Bakterien, Pilzsporen u. ä. aus der Luft entfernen. Es liegen allerdings zwei neuere Veröffentlichungen zur Wirkung von Luftionisatoren vor (Härtung, 1982; Finkensiep, 1993). In beiden Arbeiten wird die Wirkung der Ionisatoren eher skeptisch beurteilt. Zwar ist in kleinen Räumen eine beschleunigte Sedimentation von Partikeln (z. B. an der Wand, als schwärzlicher Belag erkennbar) zu beobachten, und es kann auch zu einer gewissen Reduktion von Keimen (Bakteriensporen) in der Luft kommen. Letzteres ist aber wahrscheinlich auf die Freisetzung von Ozon zurückzuführen. Dieses "Reizgas" wird unvermeidbar beim Betrieb der Ionisatoren erzeugt und kann bei schwacher Konzentration - den Eindruck von "frischer Luft" vermitteln. Trotz dem ist es nicht gesund! Finkensiep (1993) fand in ihrem Versuchs-Taubenstall beim Betrieb von Ionisatoren sogar mehr Partikel in der Luft als ohne Ionisatoren, und sie meint, daß eine verstärkte Unruhe der Tauben durch das Ozon dafür verantwortlich sein könnte. Allergiker und Vogel halter, die um ihre Gesundheit besorgt sind. sollten sich also besser nicht auf den an der Decke hängenden Ionisator verlassen, sondern auf andere Weise dafür sorgen, daß sie möglichst wenig Partikel einatmen.